Topògraf

Dies ist ein Bild von mir, dass während eines nächtlichen Ausflugs in eine Höhle namens "Topògraf" entstand. Sie befindet sich in der Comarca "El Garraf", relativ in der Nähe von Barcelona und man braucht von Manresa aus nur etwa 1,5 Stunden bis dorthin. Da es sich ausserdem um eine ganz kleine, nur 23m tiefe Höhle handelt, schlug Lídia vor dort Freitagabend nach der Arbeit hinzufahren.
Jordi, Edu und ich stimmten zu.
Es war ein kalter März. Dort wo wir das Auto stehenliessen lag noch ein grosser Haufen Schnee (!), der da vom Räumdienst liegengelassen wurde. In der Kälte zogen wir uns um und nur in Höhlenoutfit ging es los. Nach nur etwa 30 Minuten kamen wir am Eingang an: Ein verdammt enges Loch im Boden. So eng, dass wir den Stop (Das Gerät zum Abseilen) nicht normal benutzen konnten, sondern wir mussten ihn so montieren, dass wir ihn über unseren Köpfen bedienen konnten, so dass wir mehr Platz für unsere dicken Plauzen und Popos übrighatten.
Da war mein Anzug noch rot So montiert man den Stop (blau) für Engpässe an der kurzen baga (die kürzere der gelben Strippen). Der Bremskarabiner wird am Stop befestigt wodurch dessen Bremseinheit (der rote Hebel in meiner linken Hand) ausser Kraft gesetzt wird. Gebremst wird durch ziehen am Seil in meiner Rechten. Man ignoriere Lídias Karabiner der sich von unten ins Bild zwängt.
Drinnen war es erstaunlich warm und ausserdem gab es total viele Formationen. Tropfsteine eben.
Jordi beim Abseilen in Loch im Boden
Formationen
Die Höhle ist klein, daher gibt es nicht viel zu berichten - nach ein paar Dosen Bier ging es wieder hoch. Jordi zuerst, dann ich.
Es war echt eng, aber es ging irgendwie. Man musste bloss aufpassen dass man beim Durchschlängeln nicht zu sehr die Beide anzog, eines um konkret zu sein, nämlich das, an dessem Fuss der "Petzl Pantin" getragen wird. Der Pantin ist eine Klammer, die das Seil nur in eine Richtung hindurchlässt, nach unten nämlich, und in die andere Richtung blockiert. Hebe ich den Fuss an, so gleitet das Seil hindurch. senke ich den Fuss, so blockiert das höchst praktische Ding, und ich kann mich quasi ins Seil stellen.
Ich merkte beim Hochklettern, dass sich mein Unterschenkel bei zu weitem Hochziehen verkanten könnte, und ich das Bein dann wegen des blockierten Seiles nicht wieder Strecken kann.
Schlecht zu erklären. Das könnte Edu vielleicht besser.
Ich war dann doch relativ schnell draussen in der Kälte. Nun begann Edu den Aufstieg.
Erst blieb er einfach nur stecken, dann verkantete sich natürlich sein Bein und somit konnte er gar nichs mehr machen. Nach einer Weile beschloss Lídia von unten hochzuklettern (2 Leute an einem Seil, was man eigentlich nur in Notfällen macht) um den Pantin zu öffnen. Im Laufe der nächsten Stunde kletterte sie bestimmt 3 mal zu Edu hoch, mal schien es besser mit Pantin, dann wieder besser ohne.
Als ich bereits dachte wir müsste nun warten bis Edu im Laufe von Tagen ohne Nahrung etwas abmagert, da hatte Jordi (nach mehrmaligem Runterklettern) die Idee, von oben eine Art Seilzug zu bauen. Das klappte gut. Lídia kletterte wieder hoch, Edu stellte sich auf ihre Schultern und Jordi zog von oben. Plopp war Edu draussen. Und mit Lídi ging das eh ganz schnell.
Selten fror ich so sehr wie in jener Nacht. Es war so kalt, dass ich mich in der warmen, dampfenden Luft wärmte, die da vom schwitzenden Edu aus seinem Loch emporstieg. Und Lídia hatte ein paar eindrucksvolle blauee Fussabdrücke auf ihren Schultern über die wir noch heute lachen.
Wieder draussen (in der Kälte)
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