Dolomitenurlaub vom 03.09. – 11.09.2005
Von Girona ging es mit Ryanair nach Bergamo (Orio de Serio), von wo aus ich für 7,50 € mit dem Bus nach Brescia fuhr. Von hier aus dann für 14 € mit dem Zug nach Toblach (Dobbiaco), umsteigen in Verona und Franzenfeste (Fortezza). Hier traf ich 3 Stunden nach meiner Ankunft Michél, Uwe, Rainer, Michael und Rolf. Uwe und Rainer kannte ich bereits von einer Exkursion im September 2004. Da hatten Ernst, Michel und ich zusammen mit den beiden versucht den Monte Perdido zu besteigen. Das wurde damals zwar nichts mit dem Gipfel aber es war trotzdem eine gute Bergtour. Hier gibt es einen Bericht über die Besteigung des Monte Perdidos, als ich nochmal mit Lisa da war.
Morgens fuhren wir mit dem Bus ins Fischleintal. Nach etwa einer halben Stunde kamen wir zur Talschlusshütte, wo bereits das erste Radler bestellt wurde. 2 Stunden und 800 Höhenmeter später bestellten wir die Radler in der Zigmondy/Comici Hütte. Direkt vor der Hütte befindet sich einer der eindrucksvollsten 3000er die ich je sah, der Zwölfer, benannt nicht nach seinen 12 Spitzen, sondern weil über ihm um 12 Uhr die Sonne steht, so man ihn aus Sexten betrachtet. Leider fanden wir nicht heraus, ob die Sonne um 12 Uhr mittags oder um 12 Uhr nachts über sem 12er steht.
Eine fast einstimmige Abstimmung – nur meine war die Gegenstimme – ergab, nicht den Rundgang über den Alpinisteig zur Berti Hütte und über weitere Klettersteige wieder zurück zur Zigmondyhütte (2220m) zu realisieren, sondern über den Alpinistieg zur Rotwand (2900er) zu gehen, diese zu besteigen und über den gleichen Weg zurück wieder zur Zigmondyhütte zu gehen. Die Rotwand nennt sich auch 10er, ebenfalls wegen des Sonnenstandes von Sexten aus.
Trotz all seiner Schönheit verdient er nicht die Bezeichnung Klettersteig, da es sich ledglich um einen ausgerüsteten, jedoch höchst sehenswerten, Weg handelt. Zu unserer Überraschung befanden sich die Einstiege der Klettersteige für die Gipfelbesteigung weit unter uns, weshalb wir die Rotwand Rotwand sein liessen und wieder zur Hütte umkehrten (etwa 8 Stunden hin und zurück ohne Gipfel). Wie schön wäre die Rundwegoption gewesen, die Berti Hütte hatten wir bereits in Sichtweite, Auf dem Weg zur Berti wären wir an einem Eintieg vorbeigekommen. Da wir keinen vierstündigen Rückweg zu bewältigen gehabt hätten, wäre die Rotwandbesteigung durchaus realistisch gewesen, danach hätte man in der Berti geschlafen und wäre am nächsten Tag eine andere Route mit 3 Klettersteigen zurück zur Zigmondy gegangen. (Jedoch mit komplettem Rucksack und laut Führer schwerer als der wirklich einfache Alpinisteig)
Preise Zigmondyhütte:
Übernachtung AV-Mitglied: 8,5 €
Übernachtung Nicht-AV-Mitglied: 17,0 €
Spaghetti Bolognese: 6,3 €
Radler 0,4l: 3,8 €
Teewasser 0,5l: 2,5 €
Duschen: 4,0 € (wer – ausser Uwe – will das schon)
Uwe, Rainer, Michael und Rolf gingen zur 3 Zinnen Hütte von wo aus Uwe über einen Klettersteig den Toblinger Knoten bestieg. Michél und ich beschlossen vorher den 3143m hohen Hochbrunnerschneid (Monte Popera oder Piz Popena) zu besteigen und auf dem Weg zur 3 Zinnen Hütte den Paternkofel-Klettersteig (eventuell samt Gipfel) zu machen.
Der Hochbrunnerschneid ist ein relativ einfacher 3000er. Eigentlich kann man auch nur an dem Punkt den Weg verlieren, an dem wir den Weg verloren. Von der Zigmondy geht man unter dem Zwölfer entlang über das Schotterfeld, der „Autobahn“ folgend. Ein Wegweiser weist nach etwa 20 Minuten den Weg zu einem anderem Wegweiser. Von hier aus folgt man den Steinmännchen in ein sich langsam schliessendes Tal, das eine Linkskurve beschreibt. Am Ende steigt man (ungemütlich) einen Schotterhang hoch, in Richtung einer sehr gut sichtbaren Scharte. Dort, wo sich der Kanal verengt sollte man ihn rechts verlassen, und den Steinmännchen zum Gipfel folgen. Tut man dies nicht, so kann man zwar den total erosionierten Kanal hinaufsteigen (vorsicht!), kommt auch zur Scharte muss man von hier jedoch wieder den gleichen Weg hinabsteigen. Dabei sollte man jeden Stein doppelt auf Festigkeit überprüfen, da die meisten schon von einmaligem Anschauen zerbröckeln.
(4,5 Stunden hin und zurück ab der Zigmondyhütte, Wanderstöcke empfehlenswert, bei irrtümlichen Aufstieg zur Scharte 1 Stunde mehr)
Nachdem Michél mich zu einem Radler einlud und ich uns von den bezaubernden Kellnerinnnen verabschiedete, gingen wir an der Büllejochhütte vorbei (etwa 40 min ab Zigmondyhütte) zum Einstieg des Paternkofel Klettersteigs.
Zunächst geht es gesichert in eine kleine Schlucht und auf der anderen Seite ebenfalls gesichert wieder hinauf. Dann wandert man wieder ein ganzes Stück mit der einen oder anderen kurzen Klettereinlage und dem einen oder anderem Sicherheitsseil. Direkt vor dem gesicherten Aufstieg geht es ebenfalls gesichert rechts zur 3 Zinnen Hütte hinab. Wir entschieden uns wegen der 8,5 Stunden die wir bereits unterwegs waren (inklusive Hochbrunnerschneid) für den Weg zur Hütte und liessen das schöne Gipfelchen für den Folgetag.

Der Abstieg geht an 2 Stellen gesichert über einen Grat oder jedoch links direkt daneben ungesichert durch eine enge Spalte. Die Spalte ist wesentlich schneller und gemütlicher, man muss lediglich aufpassen keine Steinlawinen auszulösen, wenn sich weiter unten noch wer befindet. Nach einem gesicherten Abstieg geht es in den ersten Tunnel. Die höchst sehenswerten Tunnel sind ohne Stirn- oder Taschenlampe keineswegs zu empfehlen und gehen teilweise steil bergab, wobei es an den steilen Stellen stets Treppen und einen Handlauf in Form eines Stahlseils gibt. Nach dem letzten Tunnel fehlen nur noch wenige Schritte bis zur Hütte. (etwa 4 Stunden ab der Zigmondyhütte)
Im Gegensatz zur Zigmondyhütte mit der netten Bedienung und dem schönen Bergidyllcharakter ist die 3 Zinnenhütte wie Disneyland. Es gibt stets nervende Radiomusik, unfreundliche Bedienung und sogar Handföhne in den Klos. Die Hüttenmaccharoni für 8 Euro sind jedoch nicht zu toppen: weder Quantität noch Qualität lassen zu wünschen übrig. Auch der pure Anblick der 3 Zinnen haut so einiges raus, selbst wenn mir der Zwölfer vor der Zigmondy besser gefiel.
Preise 3 Zinnenhütte:
Übernachtung AV-Mitglied: 8,5 €
Übernachtung Nicht-AV-Mitglied: 17,0 €
Hüttenmaccharoni: 8,0 € Absolut empfehlenswert!!
Radler 0,4l: 3,8 €
Teewasser 0,5l: 2,5 €
Uwe und Rainer machten sich auf, um den Paternkofelklettersteig samt Gipfel zu machen. Von der 3 Zinnenhütte aus gingen sie unten rechts am Paternkofel vorbei und nahmen jenseits des Berges einen Aufstieg zum Einstieg des Klettersteiges an der kleinen Schlucht.
Michél und ich begannen den Tag mit der Besteigung des Toblinger Knotens, ein Gipfelchen gleich hinter der 3 Zinnenhütte. Sowohl Auf- als auch der grösste Teil des Abstiegs sind ein Klettersteig. Es ist der vertikalste und schwierigste Steig den wir in diesem Urlaub machten, da er jedoch sehr kurz ist – weniger als eine Stunde für den Aufstieg – stellt er keine wirkliche Schwierigkeit dar. Es gibt auch ein paar Leitern an den vertikalen Sellen, so dass man wirklich das Gefühl hat einen Klettersteig zu machen.
lustige Leitern aus Metall, rechts sieht man einen Teil einer Holzleiter die noch aus dem ersten Weltkrieg stammt
Ohne Gegenverkehr oder langsamere Gruppen hinter denen man warten muss kann man nach nur 1,5 Stunden wieder an der Hütte sein.
Den Rest des Tages warteten wir einerseits auf Uwe und Rainer, die wir eigentlich erwarteten unterwegs anzutreffen und auf die Hüttenmaccharoni andererseits.
Da der Weg unserer Mitstreiter um den Paternkofel herum sehr viel länger war, als die von uns zurückgelegte Strecke, kamen die beiden erst später an der Hütte an. Auch Ihre Besteigung des Paternkofel war erfolgreich.
Die Maccharoni und der obligatorische Rotwein rundeten den Tag ab und machten die Hütte - nicht jedoch das Hüttenpersonal - erträglich.
In Innichen kann man sich für nur 8 € im Schwimmbad duschen (Tageskarte). Ich hätte bei dem Preis lieber noch einen halben Tag damit gewartet, da sich aber der Mensch irrte und Michael zwei Eintrittskarten zum Preis von einer gab, gab auch ich mich dem Akt der Körperhygiene hin. Dabei wechselte ich dann auch die Unterhose, die ich mir 6 Tage und viele Liter Schweiss zuvor in Katalonien angezogen hatte.
Nach dem Duschen assen wir bei einem Radler, dann ging es mit dem Zug nach Bruneck. Die anderen stiegen hier aus um Zeit totzuschlagen, ich fuhr weiter bis Franzenfeste. Von hier aus ging es für mich dann nach Brescia und weiter nach Bergamo. (25 € ab Innichen)
Hier schlief ich eine Nacht in der langweiligen Jugendheerberge (15 €), bevor ich morgens mit dem Bus (1,5 €) zum Flughafen fuhr um Elisabet abzuholen, die um 10.00 aus Girona eintraf.
Ein weiteres Mal ging es nun mit dem Bus nach Brescia, wo wir das Wochenende im Hotel Sirio (zentrale Lage, 1 Stern, 2 Bettzimmer mit Bad, 30 € pro Person, Frühstück auf Zimmer inkl.) bei Titina, der charmanten, uruguayanischen Hotelbetreiberin verbrachten.
Brescia hat unter Anderem ein total sehenswertes Schloss, dessen Labyrintgänge Lust auf Kriegspielen machen. Ausserdem sticht der alte Dom hervor, der sich von jeder anderen Kirche unterscheidet, die ich je sah.
Am 11.09. flogen Lisa und ich von Orio de Serio (Bergamo) ebenfalls mit Ryanair nach Girona zurück, nicht jedoch ohne italienische Spaghetti, Pizza, Bruscetta und Campari probiert zu haben. Der Flug war zu Beginn übrigens recht abenteuerlich. Nach dem Start flogen wir erstmal Kreise über Bergamo und in allen Richtungen sah ich Gewitterwolken, aus denen es blitzte. Das ist zwar schön anzusehen macht aber durchaus schwitzige Hände wenn man kilometerhoch in einem Flugzeug sitzt. Ich bin fest davon überzeugt, dass der Pilot zunächst keinen Ausweg fand, ohne Gewitterwolken kreuzen zu müssen.





1 Comments:
Moin Dirk das ist ja klasse da kann ich mir ja das schreiben sparen. Also rüber mit dem Bericht dann gibt´s auch ganz fix die Bilder!
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