Die Abschlussexkursion des Höhlenkurses ging auch dieses Jahr in den Naturpark Montsec, eine vorpyrinäische Karstlandschaft, etwas weniger als zwei Stunden von hier entfernt.
Die meisten der 24 Mann starken Gruppe (10 der Schüler, die Monitore und ein paar Weder-nochis) fuhren bereits am Freitagabend (11.11.) zum Campingplatz in Ágir, so dass wir samstagfrüh gleich loslegen konnten.
Um halb 10 verliessen wir die Bungalows und fuhren zunächst 45 Minuten über eine teilweise sehr schlechte Piste auf den Montsec. Von dort, wo wir die Autos stehen liessen ging es nun etwa eine Stunde zu Fuss und mit unmenschlich viel Gepäck weiter zur Grallera Gran del Corralot.
Die Grallera ist eine sehr imposante Höhle mit zwei Eingängen die beide in denselben grossen Saal führen, der - nebenbei bemerkt - die zweitgrösste (bekannte) Galerie Kataloniens ist und etwa 100m x 50m x 40m (l,b,h) misst. Die grösste liegt unter einem Dorf namens Sallent, ganz in der Nähe von Manresa, ist aber leider nicht zugänglich.
Der Eingang der Schüler und Monitore ist ein grosses Loch mit einem Durchmesser von mehr als 5 Metern, durch das man sich etwa 35 Meter tief bis auf den guanobedeckten Boden der Galerie abseilt.
Ich nahm dieses Jahr den anderen Eingang, ein relativ, jedoch nicht sehr enges Loch, durch das man sich zunächst mit nur 2 Verankerungen 45 Meter senkrecht durch den Fels abseilt bevor man die Decke der Galerie durchstösst. Ab dort geht es dann freischwebend 45 weitere Meter senkrecht hinab.

Topo der Grallera Gran del Corralot
Die beiden Eingänge befinden sich an den gegenüberliegenden Extremen der Galerie. Während man vom "Schülerloch" aus nur eine grosse schwarze Leere sieht, eventuell hier und dort von Lichtpunkten durchsetzt - die Beleuchtung der Kumpels - sieht man vom anderen Eingang aus deutlich die Ausmasse der Galerie. Eine steile Rampe ragt vor einem auf, und weiter oben/hinten sieht man Sonnenlicht, das durch das grosse Loch in der Decke in die Höhle fällt. An zwei sehr dünnen weissen Linien seilten sich Schüler und Monitore im nebligen Gegenlicht herab. Wie fast immer hat es niemand fotografisch festgehalten.
Als wir alle unten waren bildeten sich, getrieben von einer rätselhaften Eigendynamik, drei Gruppen. Die allermeisten Schüler und Monitore drangen zur Galeria del primer día vor, ein Ausflug vorbei an vielen wunderschönen Formationen. Diesen Ausflug wollte ich nicht unbedingt machen, da ich ihn bereits vom Vorjahr her kannte.
Die Martas und Eva machten einen anderen Ausflug, von dem ich nicht weiss wohin er ging.
Ich schloss mich der Gruppe um Edu, Miquel, Lídia, Joan, Jose und Alberto an. Wir wollten die Galeria del llac (Seegalerie) erreichen, den mit -166 m tiefsten Punkt des Höhlensystems.
Nachdem es abseilend zwei Schächte hinabging folgten enge Spalten und steil abfallende Rampen auf weitere grosse Sääle. Am Ende sahen auch wir ein paar Säulen, Stalagmiten, Stalagtiten und banderas (Fahnen?) in der letzten Galerie. Und natürlich den kleinen See. Hier löschten wir unsere Lichter und versuchten eine Weile die Ruhe zu geniessen - unmöglich mit 7 Personen.
Dann ging es wieder hoch. Beide Seile seilte ich mich als vorletzter hoch. Erst um Jose bei der Desinstallaion zu beaufsichtigen, dann um Miquel nach der Desinstallation des langen Seiles selbiges abzunehmen und es hochzuschaffen.
Draussen wurde es bereits dunkel und es herrschte ein höchst gemütlicher und anhaltender Schneeregen. Etwa zwei Stunden später waren wir alle sehr erfreut uns vor dem Abendessen warm duschen zu können.
Am nächsten Tag wollten wir die nicht weniger eindrucksvolle Grallera del Boixaguer erkunden, cancelten sie jedoch wegen des Regens und fuhren stattdessen früher nach Hause.
Die Topo der Grallera del Boixaguer
Ein Foto der Eingangshalle, das mir von Lídia zugeschickt wurde. Durch anklicken kann man es vergrössern. Die Dimensionen werden relativ deutlich, wenn man sich vorstellt, dass das Seil, das vom sichtbaren Einstiegsloch herunterhängt, 40 Meter lang ist. 40 Meter wäre ein 12 Stockwerke hohes Haus, das dort steht, wo der Höhlenboden vom Sonnenlicht erleuchtet ist.
0 Comments:
Post a Comment
<< Home