Puigmal mit Schneeschuhen (21.01.2006)
Nach einem kurzen Weg ohne nennenswerten Höhengewinn schnallten wir uns die Schneeschuhe an. Nur Marta bildete mit ihren Bergski eine Ausnahme. Zunächst führte uns der Weg an einem Fluss entlang. Nachdem wir diesen kreuzten begannen wir einen steilen Aufstieg am Hang zu unserer Rechten. Es lag gerade genug Schnee um gut mit Schneeschuhen gehen zu können und nicht zwischendurch über Geröll latschen zu müssen, jedoch war der Schnee ab einer gewissen Höhe so hart, dass wir wohl besser mit Steigeisen unterwegs gewesen wären, anstatt mit Schneeschuhen. Es ging aber trotzdem gut voran. Besonders Elisabet schien gut gefrühstückt zu haben und liess uns alle weit hinter sich. (Klar, ihren Kram schleppte schliesslich ich im Rucksack)
Auf einem Hochplateau mit super Aussicht machten wir eine kurze Pause um uns zu sammeln. Einige der Gruppe waren nicht allzu gut in Form – das machte jedoch gar nichts, denn das Wetter war gut, wir hatten keine Eile und so eine Pause ist ja durchaus auch mal was Willkommenes. Ein paar Skifahrer, die vom Gipfel herunterkamen informierten uns über den besten Weg, und weiter gings.
Das nächste Teilstück flankierte einen Berghang; mit Schneeschuhen ist das etwas ungemütlich. Dieses Leiden vergassen wir jedoch äusserst schnell, denn es wurde schon bald durch einen nicht enden wollenden sehr steilen Aufstieg ersetzt. Das Thermometer zeigte zu diesem Zeitpunkt 11ºC – das macht durstig.
Irgendwann kamen wir am Grat an. Von hieraus hatten wir eine wunderschöne Aussicht über die französische Cerdanya hinter uns und über eine geschlossene Wolkendecke im Süden, die ab und zu von einem Gipfel durchbrochen wurde. Der Wind pfiff nun um uns, was uns auch schnell die vorangegangene Hitze vergessen liess.
Eine halbe Stunde später kamen Fernando und ich als Erste auf dem Gipfel an. Wir hatten etwa 2 Minuten lang das Glück, die Einzigen dort oben zu sein. Dann kam ein Skifahrer von Núria aus und ganz kurz nach ihm kleckerte der Rest unserer Gruppe ein. Elisabets Rythmus hatte etwas nachgelassen, da sie sich ab der Hälfte des Aufstieges wegen irendwelcher mir total unerklärlichen Frauenprobleme unwohl fühlte.
Für den Rückweg spalteten wir uns auf. Elisabet und ich nahmen dieselbe Route die wir hochgekommen waren, während die andern den Grat bis zum kleinen Puigmal fortsetzten und dann von dort aus abstiegen.
Da wir über 1,5 Stunden früher am Auto waren als die Anderen, machten Lisa und ich uns auf den Weg zu Ernst nach Guixers.
Dort machten wir am nächsten Tag etwas Ungewöhnliches: nämlich Wurst.
Das ist wahr. Ernst kam morgens um 8 mit einem einer Stunde zuvor geschlachteten Schwein, dessen Leber noch warm war. Den ganzen Tag lang wurde es nun von etwa 15 Leuten (Freunde von Ernst und Fina) unter der Aufsicht zweier professioneller Schlachter auseinandergenommen, zerhackstückelt und durch den Fleischwolf gedreht. Jordi der Käser von la Quar, mit dem wir schonmal auf dem Neuvielle und auf dem Gran Bachimala waren, war einer der beiden.
Wir machten unterschiedliche katalanische Spezialitäten: bull blanc, bull negre (mit Blut), llonganissa (eine Art Salami), butifarras mit und ohne Blut, sobrassada und Leberwurst. Wahrscheinlich wurde auch noch etwas Fleisch in ganzen Batzen aufgehoben. Mein Job war unter anderem, stundenlang meterweise Schweinedärme umzukrämpeln und zu waschen. Da es sich um vorbehandelte Därme eines anderen toten Schweines handelte waren diese glücklicherweise nicht voll mit Schweinescheisse. Bisher habe ich nur den bull blanc probiert und ich bin einer Meinung mit Lisas Vater: BONISSIM!
Achja, Lisa fand die ganze Schweinerei zu blutig und verbrachte einen Grossteil des Tages mit einem ausführlichen Spaziergang oben bei Ernst in den Bergen.
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