Da gibt es ein Exkursionszentrum namens UESMAP in Barcelona, dass alljährlich einen 20 km langen Rundmarsch im Montserrat (Berg hier in der Nähe) organisiert. Dieses Jahr bereits zum 8. mal. Neben der bereits konsiderablen Distanz von 20 zurückzulegenden Kilometern geht der Weg auch hoch und runter, so dass der motivierte Frühaufsteher eine akkumulierte Höhendifferenz von 1800 Metern bewältigt. Bei dem Wort Weg sollte man sich allerdings keinen Weg a la StVO vorstellen, denn teilweise dürften in dem Gelände selbst mittelgrosse Hunde Vortriebsprobleme aufweisen.
Der Marsch ist echt gut organisiert, so dass es alle paar Kilometer eine Zwischenstation gibt, an der man etwas trinken kann und wo auch zerschnittene Orangenstücke und Trockenobst für den Magen bereitgehalten werden. Der eigentliche Grund jener Stationen liegt wohl in der Rennkontrolle, denn der Teilnehmer hat dort einen Zettel vorzuweisen, auf dem sein Name und die Teilnehmernummer vermerkt sind, und auf dem er einen zwischenstationsspezifischen Stempel bekommt, der später als Nachweis dient, dass er auch wirklich einmal an allen Zwischenstationen war und nicht etwa gemogelt hat. Achja, es werden sowohl die Zwischenzeiten, als auch die Gesamtzeit festgehalten, was dazu führt, dass nicht alle der Teilnehmer die travessa als gemütlichen Sonntagsspaziergang ansehen. Nein, ein paar sportliche Gesellen sind wirklich fix unterwegs.
Für mich war es dieses Jahr das dritte Mal, dass ich an der travessa de Montserrat teilnahm. Das erste Mal, also vor zwei Jahren, begleitete mich mein Freund Olli aus Bournemouth (dem ich echt mal wieder mailen sollte). Wir wanderten zügig, doch ohne Eile und benötigten insgesamt 5 Stunden und 20 Minuten.
Mein Ziel für die letztjährige Edition des Marsches war, jene Zeit auf weniger als 5 Stunden zu drücken, und siehe da; ich sah die Zielflagge nach unvorstellbar qualvollen 4 Stunden und 13 Minuten als Zehnter. (Nichts im Vergleich zum Ersten, der nur 2h30min brauchte). Für jene Ausgabe des Rennens hatte ich auch meinen damaligen Mitbewohner Joan aus Tavernes de la Valldigna zur Teilnahme überreden können. Joan macht wirklich ganz und gar nicht den Eindruck einer sportlichen Person, doch man findet ihn in der Liste auf Platz 25 wieder. Hut ab Joan! Die Sache gefiel ihm sogar so gut, dass Lisa und ich kurze Zeit später mit ihm und seiner Feundin Alexandra auf den Pedra Forca kletterten.
Gut...
dieses Jahr wollte ich versuchen die 4-Stunden-Marke zu brechen....sicherlich eine echte Herausforderung, doch da Lisa sich auch angemeldet hatte und ich nächste Woche für 4 Tage in die Alpen will einigten wir uns darauf, zusammenzugehen. Ferran sollte uns dabei bgleiten.
Am Samstagabend stellten wir den Wecker auf 5:45 Uhr, denn um 6:15 waren wir mit Ferran verabredet und um 7:00 sollte der Startschuss fallen. Gerade als wir meine Wohnung verlassen wollten, schaute Lisa nochmal auf ihre Uhr, die 5:15 anzeigte. Der Kontrollblick auf mein Mobiltelefon bestätigte das. Mist, da hatte ich am Abend zuvor beim Stellen den Weckers wohl aus Versehen die Uhrzeit um eine Stunde modifiziert.
Wir legten uns nochmal bis 6:05 hin - gefrühstückt hatten wir ja bereits.
Startschuss
Um sich auf dem ersten Teilstück nicht in einem durch den schmalen Weg bedingten Stau wiederzufinden gingen wir zunächst schnell, um das Feld hinter uns zu lassen. Auf dem folgenden Anstieg fiel Ferran wegen seiner Raucherlunge zurück. Nach kurzer Rücksprache trennten wir uns von ihm, da er sich nicht quälen wollte, Lisa es jedoch eilig hatte.
Etwa ab der Hälfte des Marschs wussten wir, dass Lisa die erste der teilnehmenden Damen war. Ab da hatte ich eine Herausforderung gefunden - Lisa würde nicht ohne Pokal nach Hause kommen!!
Um hier nicht als Stresser rüberzukommen erwähne ich keine Details darüber, wie ich sie trieb, zog und motivierte. Die letzte Stunde war sie zwar schon arg geschafft, aber nun ging es ja grösstenteils bergab; langer Rede - kurzer Sinn:
Der Pokal steht nun irgendwo bei ihr zu Hause rum. Zeit: 4h30min.
Herzlichen Glückwunsch, Lisa. Beeindruckende Leistung!
Und Ferran? Ferran war nicht wesentlich langsamer als wir unterwegs. Nach nur 12 Minuten, Lisa mache gerade ihre Dehnübungen, kam auch er ins Ziel.
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